Ina in Polen
Im Dezember 03 habe ich mein Sozialarbeit/Sozialpädagogik-Studium an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) abgeschlossen. Innerhalb des Studiums hatte ich ein 20wöchiges Praktikum im „einer für alle e.v.“ absolviert. Damals bin ich als Mitglied in den Verein eingetreten, um die Arbeit aktiv mitgestalten zu können.
Von April 04 bis März 08 habe ich in der Hochschule gearbeitet, in der ich bis kurz zuvor noch studiert hatte. Seit Mai 2008 bin ich beim einer für alle e.v. angestellt, dabei allerdings nicht vor Ort in Görlitz tätig, sondern in Südpolen (Cieszyn). Ich hatte 2004 angefangen, Polnisch zu lernen und zwei Jahre später den Verein FILEO in Polen kennen gelernt, der sich im Bereich der Straffälligenhilfe engagiert. Die Vereinsarbeit kennzeichnet sich im Wesentlichen durch regelmäßige Besuche von Gefangenen während und nach ihrer Haftzeit. Mit den Inhaftierten wird gesungen, in der Bibel gelesen, ihnen wird die gute Nachricht von Jesus Christus weitergesagt und es werden Bibelkurse durchgeführt.
Ich hatte lange in Sachen „Polen“ gebetet, hatte von Anfang an den Eindruck, dass Gott es mir aufs Herz gelegt hat, diese Sprache zu lernen. Im Sommer 2006, als ich die MitarbeiterInnen von FILEO kennen gelernt und wieder die Frage vor Gott bewegt habe, was mich so nach Polen zieht, habe ich ein Zitat aus der Bibel geschenkt bekommen: „Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dieses Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ (1. Mose 28,15) Dieser Vers war Gottes Antwort für mich und ich wusste, dass mein Platz einmal in Polen sein würde. :-)
Meine Aufgabe besteht u.a. darin, an den Treffen in den Gefängnissen teilzunehmen und bei verschiedenen Büroaufgaben mitzuhelfen. Im November 2008 war von einem Gefängnismitarbeiter die Anfrage an uns gerichtet worden, ob wir einen Deutsch-Kurs auf Grundlage der Bibel für Gefangene organisieren könnten. Dies hat sich inzwischen zu meiner Hauptaufgabe entwickelt. Seit April 2009 bieten wir im Cieszyner Gefängnis Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Unser Ziel ist, dass die Gefangenen nicht nur die deutsche Sprache kennen lernen, sondern in erster Linie den lebendigen Gott. Die Gefangenen bekommen bei jedem Treffen einen kurzen Text aus der Bibel in Deutsch und Polnisch, anhand dessen wir sprachliche und grammatikalische Grundlagen vermitteln. Jeder Teilnehmer bekommt außerdem ein polnisch-deutsch-englisches Neues Testament. Hinter unserer Arbeit sehen wir Gottes Zusage, dass Sein Wort niemals leer zurückkommen wird (Jes. 55,11)!
Ich bin glücklich miterleben zu dürfen, wie Gott handelt! Und ich bin gespannt auf das, was Gott noch alles für uns bereithält! Wie gut, dass wir in Seiner Hand geborgen sind und dass wir es mit einem absolut treuen Herrn zu tun haben! Gott enttäuscht niemals. Das ist etwas, was mein Leben entscheidend trägt.
In einem Psalm der Bibel heißt es: „Vielfach hast du, Herr, mein Gott, deine Wundertaten und deine Pläne an uns vollbracht; nichts ist mit dir zu vergleichen. Wollte ich davon berichten und reden – sie sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen.“ (Psalm 40,6) Ja, das ist wahr, und ich möchte es von Herzen gern anderen weitergeben! :-)